Himmlische Klänge

 

CD-Cover "Himmlische Klänge" (Fotos Susi Graf)

Angelo da SIlva (Foto Susi Graf)

Dana Hammett (Foto Susi Graf)

Dmitry Iogman (Foto Susi Graf)

Elena Kononenko (Foto Susi Graf)

Fernando Araujo (Bild Susi Graf)

 

 

 

 

Über die Produktion 

Diese Produktion entstand aus Anlass eines Konzertes und beinhaltet mit die schönsten klassischen Werke. Die Werke auf dieser CD wurden im für seine hervorragende Akustik bekannten Saal Solitär des Mozarteum Salzburg aufgenommen. Junge, aber doch schon renommierte Künstlerinnen und Künstler präsentieren diese himmlischen Klänge:

„Concierto de Aranjuez”: „II. Adagio” von Joaquín Rodrigo  

Das Concierto de Aranjuez ist eines der be-kanntesten klassischen Musikstücke des 20. Jahr-hunderts. Der spanische Komponist Joaquín Rodrigo schuf dieses Solokonzert für Gitarre und Orchester 1939, inspiriert von den Gärten des königlichen Palastes von Aranjuez südlich von Madrid. Dieser Frühjahrsresidenz der spanischen Könige fühlte sich Rodrigo auch aus persönlichen Gründen sehr verbunden: Er war in deren Gärten mit seiner zukünftigen Ehefrau häufig spazieren gegangen. 

Doch verarbeitete Rodrigo mit diesem Konzert auch einen Schicksalsschlag: Im zweiten Satz des Werkes beschreibt er Trauer und Schmerz infolge der Fehlgeburt seines Sohnes und richtet zugleich die Bitte an Gott, er möge zumindest seine geliebte Ehefrau am Leben lassen.

Wir hören den zweiten Satz – ein langsames, in klagendem Ton gehaltenes Stück in h-Moll, wobei sich die Hauptmelodie des Englischhorns an die Saeta anlehnt, den traditionellen andalusischen Klagegesang der Karwochen-Prozession.

„Rigoletto": Arie „Cortigiani, vil razza dannata" von Giuseppe Verdi

Diese Oper von Giuseppe Verdi wurde 1851 am Teatro La Fenice in Venedig uraufgeführt. Die Oper begründete Verdis Weltruhm: Rigoletto war schon bei der Uraufführung ein überwältigender Erfolg und wurde in den nächsten Jahren an fast allen europäischen Opernhäusern gespielt.

Die Oper erzählt vom lüsternen Herzog von Mantua, der bei seinen amourösen Eroberungen selbst vor Gewalttaten nicht zurückschreckt, und dessen buckligem Hofnarren Rigoletto. Rigoletto versteckte lange Zeit seine geliebte Tochter Gilda fernab vom herzoglichen Hof, um sie vor seinem Herrn zu schützen. Neidische Höflinge entdecken Rigolettos Doppelleben und entführen Gilda.

Die nun aufgeführte Arie ist einer der drama-tischen Höhepunkte der Oper: Die Höflinge haben Rigolettos Tochter in das Schlafzimmer des Herzogs gebracht, welcher sie entehrt. Voll böser Vorahnung fordert Rigoletto von den Höflingen Auskunft über das Schicksal seiner Tochter. Die Höflinge verhöhnen ihn und verweigern ihm den Zutritt zu den herzoglichen Gemächern, woraufhin Rigoletto sie in ohnmächtiger Wut beschimpft.

„Rigoletto": Quartett „Bella figlia dell’amore" von Giuseppe Verdi

Und noch einmal „Rigoletto“: Im dritten Akt erreicht die Oper ihren musikalischen Höhepunkt, als Rigoletto an seinen Peinigern Rache nehmen will: Er plant die Ermordung des Herzogs mithilfe der schönen Maddalena, die ihr Opfer in eine verfallene Vorstadtspelunke locken soll, wo ihr von Rigoletto bezahlter Bruder dem Herzog auflauert. 

Das auf dem Gesang des Herzogs, Maddalenas, Rigolettos und seiner Tochter Gilda aufbauende Quartett charakterisiert musikalisch die gegensätzlichen Absichten der Akteure: Der Herzog versucht, Maddalena zu verführen und übernimmt mit ausladenden lyrischen Melodiebögen die Führung. Maddalena verspottet die Versprechungen des Herzogs mit Staccato-Achteln, scheint jedoch im Fortgang der Szene den Avancen des Herzogs immer weniger abgeneigt zu sein. Gilda und Rigoletto wiederum äußern sich zunächst nur mit gelegentlichen Einwürfen aus ihrem Versteck außerhalb der Spelunke. Dann jedoch nimmt die Verzweiflung Gildas zu, während Rigoletto seinen Grimm in langsam fortschreitenden, gewichtigen Phrasen äußert und gegen Schluss des Quartetts ungeduldig zum Aufbruch drängt.

„Gianni Schicchi“: Arie „Oh mio babbino caro“ von Giacomo Pucchini 

Basierend auf einer Episode der „Göttlichen Komödie“ von Dante Alighieri komponierte Giacomo Pucchini die am 14. Dezember 1918 an der Metropolitan Opera in New York City uraufgeführte einaktige Oper „Gianni Schicchi“. Die Arie „O mio babbino caro“ ist das bekann-teste Stück dieser komischen Oper:

Mit einem Sterbefall beginnt das Stück: Der vermögende Buoso Donati ist aus dem Leben geschieden, und die um sein Sterbebett versammelte Verwandtschaft ist voller Unruhe: Angeblich soll Donati sein Geld nicht ihnen, sondern einem Kloster vermacht haben! Eine fieberhafte Suche nach dem Testament beginnt, es wird gefunden und bestätigt die schlimmsten Befürchtungen: Alle sind enterbt. Am traurigsten sind zwei unsterblich ineinander Verliebte, Rinuccio Donati und Lauretta Schicchi, denn ohne die Erbschaft bekommt Rinuccio niemals die Einwilligung, Lauretta, die Tochter des zugereisten Gianni Schicchi, zu heiraten. Wie kann das Testament umgangen werden? Lauretta droht ihrem Vater in „O mio babbino caro“ mit Selbst-mord, wenn er nicht hilft, die Erbschaft – und somit die Hochzeit – zu retten:

O mein geliebter Vater, ich liebe ihn, er ist so schön;
ich will zur Porta Rossa gehen, um den Ehering zu kaufen!
Ja, ja, ich will dorthin gehen!
Und wenn ich ihn vergeblich liebte, würde ich zur Ponte Vecchio gehen,
und mich in den Arno stürzen! Ich zerstöre und quäle mich!
O Gott, ich möchte sterben!
Vater, hab’ Mitleid, hab’ Mitleid!
Turandot: Nessun dorma (Giacomo Pucchini)

Die Handlung von Pucchinis Oper „Turandot” basiert auf verschiedenen Quellen und wurde 1926 in der Mailänder Scala uraufgeführt: Die Prinzessin Turandot lässt ihre Freier köpfen, wenn diese nicht ihre Rätsel lösen. Der fremde Prinz Kalaf löst das Rätsel der Prinzessin Turandot und gewinnt sie damit als Gemahlin.

„Nessun dorma“ (zu Deutsch: „Keiner schlafe“) ist die vom Prinzen Kalaf zu Beginn des dritten Aktes der Oper vorgetragene Arie. Der Prinz stellt der Prinzessin in Aussicht, sie von ihrem Heiratsversprechen zu entbinden, wenn sie bis Sonnenaufgang seinen Namen herausfinden würde. Daraufhin befiehlt Turandot, dass niemand schlafen dürfe, alle sollten nach dem Namen des unbekannten Prinzen fahnden. Die Untertanen werden mit der Todesstrafe bedroht, falls sie den Namen nicht herausfinden sollten.

Die Boten verkünden: „Questa notte nessun dorma“ („Diese Nacht soll niemand schlafen“). Daraufhin wiederholt der Chor die Worte „Nessun dorma“. Auch Kalaf greift diese Worte zu Beginn der Arie auf und ist sich gewiss, dass die Prinzessin das Geheimnis seines Namens nicht lösen wird. 

„Nessun dorma“ ist eine der berühmtesten Arien für Tenöre

„La Bohème“: „O soave fanciulla" von Giacomo Puccini

„La Bohème“ ist die vierte der zwölf Opern Puccinis und gilt als dessen Meisterwerk.

Diese auf dem Roman „Les scènes de la vie de bohème“ von Henri Murger basierende Oper in vier Bildern von Giacomo Puccini wurde1896 im Teatro Regio in Turin uraufgeführt. Trotz schlechter Kritiken nach der Uraufführung wurde „La Bohème“ ein Welterfolg. Das Thema der Oper ist das Leben, Leiden und Lieben von gewöhnlichen Menschen:

Nachdem die armen Künstler Rodolfo, ein Dichter, Marcello, ein Maler, und der Philosoph Colline in ihrer Pariser Mansarde frierend und hungrig einen tristen Weihnachtsabend verbracht haben, kommt Schaunard hinzu, ein Musiker. Sein Eintreffen hebt die Stimmung, denn Schaunard hat einen Auftrag erhalten und bringt Wein, Essen, Brennholz und Geld mit sich. Die vier Freunde beschließen, den Abend in ihrem Stammcafé im Quartier Latin fortzusetzen. Doch bleibt Rodolfo zunächst zurück, da er erst noch einen Artikel beenden möchte.

Als der so zurückgelassene Rodolfo sich an seine Arbeit machen will, klopft es an der Tür: Mimì, eine Flurnachbarin, tritt ein und bittet ihn um Feuer für ihre auf der Treppe erloschene Kerze. Sie erleidet in Rodolfos Wohnung einen kurzen Schwächeanfall und verliert dabei ihren Schlüssel. Gemeinsam suchen sie ihn, doch verlöschen dabei ihre Kerzen, und in der Dunkelheit berühren sich ihrer beider Hände. Wir hören nun die Arie, in der Rodolfo, der von Mimì angetan ist, ihre Hand ergreift, sich vorstellt und von seinem Leben erzählt:„Che gelida manina“ („Wie eiskalt ist dies Händchen“).

Im Anschluss an Rodolfos Arie „Che gelida manina“, erzählt nun auch Mimi aus ihrem Leben und von ihren Träumen: „Sì. Mi chiamano Mimì“ („Man nennt mich Mimì“):

Schliesslich kommen sie sich in verliebter Zweisamkeit näher, und die Szene gipfelt in dem musikalischen Höhepunkt des Duetts „O soave fanciulla“ („O liebliches Mädchen, o süßes Antlitz“).

„La Traviata“: „Addio, del passato bei sogni ridenti“ von Giuseppe Verdi

„La Traviata“ (zu Deutsch: „Die vom Wege Abgekommene“) wurde – wie schon Rigoletto –von Giuseppe Verdi komponiert. Das Libretto basiert dabei auf dem Roman „Die Kameliendame“ von Alexandre Dumas dem Jüngeren. Auch in diesem Werk ist die Hauptfigur eine von der Gesell-schaft geächtete Person: Geschildert wird die Geschichte der Violetta, einer an Lungentuberkulose erkrankten Kurtisane (also Edelprostituierten), die an einer unglücklichen Liebe ebenso wie an ihrer Krankheit zerbricht und schließlich stirbt. Es ist aus heutiger Zeit kaum mehr vor-stellbar, welche Provokation diese Handlung für die Gesellschaft in der Mitte des 19. Jahrhunderts darstellte.

Die Rolle der Violetta ist eine der glanzvollsten Partien für einen dramatischen Sopran.

Das von ihr gesungene „Addio, del passato bei sogni ridenti“ aus dem dritten Akt dieses Werkes, in dem Violetta gebrochen Abschied von ihren Träumen, ihrem Geliebten und dem Leben nimmt, ist für mich eine der schönsten und ergreifendsten Kompositionen und verdient an vorderster Stelle das Attribut „himmlische Klänge“.  

„Die Meistersinger von Nürnberg“: „Wach auf, es nahet gen den Tag“ von Richard Wagner

Diese Oper des Komponisten Richard Wagner in drei Akten und einem von Wagner selbst verfassten Libretto wurde am 21. Juni 1868 in München uraufgeführt.

Nach meiner Interpretation ist eine der Kernthemen der Oper der Konflikt zwischen dem Neuen und auf Altes beharrenden Kräften. Und da ein gedichtetes „Meisterlied“ Mittelpunkt der Auseinandersetzung ist, sind autobiographische Hinter-gründe naheliegend.

Mit dem Choral „Wach auf, es nahet gen den Tag“ wird der abschließende dritte Akt auf wunderbare Weise eröffnet.

„Hoffmanns Erzählungen“: „Barcarole: Belle nuit, ô nuit d'amour“ von Jacques Offenbach

„Les Contes d’Hoffmann“ (zu Deutsch: „Hoffmanns Erzählungen“) ist eine phantastische Oper in 5 Akten von Jacques Offenbach. Die Basis für das Libretto bilden verschiedene Erzählungen von E. T. A. Hoffmann. Die Oper wurde am 10. Februar 1881 in der Opéra Comique Paris uraufgeführt.

Die Bacarole stammt aus dem vierten Akt der Oper und beruht auf E. T. A. Hoffmanns „Ge-schichte vom verlorenen Spiegelbild“ aus „Die Abenteuer der Sylvesternacht“. Offenbach wählte als Schauplatz für die „Barcarole“ einen Palazzo in Venedig. 

Dort besingen Niklaus, Giulietta und ihre Gäste zu den Klängen einer Barcarole – ursprünglich ein venezianisches Gondel- bzw. Schifferlied im 6/8- oder 12/8-Takt –  die Nacht und die Liebe („Belle nuit, ô nuit d'amour“, zu Deutsch: „Schöne Nacht, du Liebesnacht“).

Die „Barcerole“ zählt wohl zu den berührendsten Kompositionen überhaupt und verdient daher unter den „himmlischen Klängen“ einen beson-deren Platz.

„Der Vogelhändler“: „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ von Carl Zeller

Der Vogelhändler ist eine Operette in drei Akten von Carl Zeller mit einem Libretto auf Basis der Vaudeville „Ce que deviennent les roses“ (zu Deutsch „Das Gänsemädchen“) von Victor Varin und Edmond de Biéville. Das Werk wurde am 10. Januar 1891 in Wien uraufgeführt. Das als Komödie angelegte Stück spielt in der Pfalz am Anfang des 19. Jahrhunderts und handelt von einem Liebespaar, dem Vogelhändler Adam und Christel, der Postbotin des Dorfes. 

Wir hören das Duett der Kurfürstin und Adams: „Schenkt man sich Rosen in Tirol“:

Schenkt man sich Rosen in Tirol, weisst Du, was das bedeuten soll?

Man schenkt die Rosen nicht allein, man gibt sich selber mit auch drein.

Darf ich es wirklich so verstehen? Kann ich auf dieses Zeichen gehen?

Dann machst Du wirklich selig mich, schenkst mit der Rose Du auch Dich.

Schenkt man sich Rosen in Tirol, weiß man, was das bedeuten soll.

Und wie es in Tirol soll sein, so tritt der Brauch bei uns auch ein.

Und es bringt vielleicht uns Glück, drum gib die Rosen nicht zurück.

Ja, die bleiben immer Dein, sie solln Dir Dein Begleiter sein. 

Divertimento - Allegro di molto (Wolfgang Amadeus Mozart)

Eines der bekanntesten kammermusikalischen Werke von Wolfgang Amadeus Mozart. 

Die Zauberflöte: Königin der Nacht (Wolfgang Amadeus Mozart)

Diese Oper in zwei Aufzügen von Wolfgang Amadeus Mozart mit dem Libretto von Emanuel Schikaneder wurde 1791 in Wien uraufgeführt und zählt zu den wohl bekanntesten und am häufigsten gehörten klassischen Werken. Auf dieser Produktion ist eine instrumentale Version der Arie "Königin der Nacht" zu hören.

Die Künstler: 

Angelo da Silva (Gitarre), siehe auch: /de/musik/kuenstler-klassik/angelo-da-silva

Dana Hammett (Sopran), siehe auch: /de/musik/kuenstler-klassik?id=44

Dmitry Iogman (Tenor), siehe auch: /de/musik/kuenstler-klassik?id=45

Elena Kononenko (Sopran), siehe auch: /de/musik/kuenstler-klassik?id=46

Fernando Araujo (Bariton), siehe auch:  /de/musik/kuenstler-klassik?id=48